Soaristisches Weblog


Preteen Hitler
28. Februar 2008, 11:21
Einsortiert unter: Bright Senses and Dark Senses

 

Sex mit Minderjährigen, Mein Kampf-Zitate. Optische und subkutane Parallelen zwischen den weltbeherrschenden Logos und ‘33-’45-Symbolik.

 

Eine Untergrund-Kritik am gemeinen Untergrund; die Parterre und die oberen Geschosse literarisch zu verwünschen ist schon vor Dekaden zu langweilig geworden (wie Religionskritik – einschlagen auf einen Feind aus Watte, der die Gewissheit der Jugend (d.i. die Zeit) verkörpert: wir werden eh gewinnen – nichtmal die Aufklärer glauben noch an die Aufklärung. Auch das ein alter Hut.)

 

Ist es wirklich schade oder ist es nur Eitelkeit, dass die Wirkung von allem intensiver wäre, würde ein solches Buch nicht von einschlägigen Zeitungen empfohlen und von einem gängigen Verlag und durchsichtigem Deckmantel verlegt worden? („Heyne Hardcore“ – eine albern zwielichtig auftretende Abteilung des bürgerlichen Heyne-Verlags verlegt „Untergrundliteratur“. Am besten man räuspert sich beim letzten Wort.) 

Wäre es etwas anderes, ihm am Berliner Alexanderplatz von einem der Grillwalker unter der Theke seines Bauchladens hindurch bekommen zu haben; schlecht kopiert und mit Bratwurstfett imprägniert? Hm. 

 

Wird ein Tabu nicht gebrochen in Macht und Rebell? Inzest. Vergewaltigung (- gab’s schon im Vorgänger). Hm. Es ist genau das Thema der beiden Bücher der Reihe Skandinavische Misanthropie: Alles, aber auch alles ist schon angekommen. Was bleibt, ist die bewohnte Langeweile außerhalb der Buchdeckel.



Who killed the Zeitgeist?
25. Januar 2008, 20:57
Einsortiert unter: Bright Senses and Dark Senses

Ich bin so gut wie 24 25 und fühle mich bereits von Generationen überholt.

Erscheinung und Werte der Welt, Interessen und Produkte ändern sich so schnell, dass alles, was wir hinterlassen können, im Moment des Todes wohl schon erodiert sein wird, abgetragen von den Wellen des Zeitgeistes, gezogen in das Meer des Vergessens, um wenigstens pathetisch zu werden.

Immer mehr Menschen produzieren immer mehr Waren, immer mehr kaufen sie, machen sie kaputt. Immer mehr Web 2.0+x-Angeschloßene produzieren Content und beanspruchen einen Platz für ihn im Wahrnehmungsraum der Existenzgemeinschaft (was könne es mehr sein?). Kultur ist nicht mehr Popkultur; sie ist Contentkultur. Ein Begriff mit kulturpathologischem Potenzial? Nicht wirklich.

„Popkultur – allein das Wort schon“ steht auf meinem T-Shirt…ein Produkt aus der Werkstatt des guten Max Goldt…Verkaufsschlager.

Wo war ich? Achja, ich wollte Fight Club gucken. Leider ist Tyler Durden schon wieder abgenutzt – schade. Mein Zeitgeist blickt mich von der Steelbook-Hülle der DVD an und grinst hämisch.




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